Freundschaftsweinberg

Dieser Weinberg wurde im Rahmen des 12. Internationalen Folklorefestivals in Winningen 2009 von den beteiligten Folkloregruppen aus neun Nationen angelegt. Der Ursprung der Idee dieser Weinbergspflanzung über alle Sprachgrenzen hinweg, liegt aber in Zacatecas in Zentralmexico...

Hintergrund: Als begeisterte Mitglieder der Winzer- Trachten- und Tanzgruppe Winningen (zahlreiche Auftritte zur Repräsentation der Bundesrepublik Deutschland) ist es für meine Frau und mich immer wieder ergreifend, mit welcher Herzlichkeit und Gastfreundschaft wir in vielen fernen Ländern empfangen und aufgenommen werden. Sehr beeindruckt hat uns die Tanzgruppenfahrt 2004 zu einem der größten Folklorefestivals nach Zacatecas, einer Kleinstadt auf 2000 m Höhe in Zentralmexiko. Zu Wohlstand gelang Zacatecas in der Zeit, als die Silberminen boomten. Für die Stollenabstützungen und die Silberverhüttung wurden aber alle umliegenden Wälder gnadenlos abgeholzt. Die Erosion hat dann in wenigen Jahrzehnten die humusreiche Erde weggespült und nur noch eine karge Kakteenlandschaft in der gesamten Region Zacatecas hinterlassen. Ein gelungener Programmpunkt für die Vielzahl verschiedenster Folkloregruppen von nahezu allen Erdteilen war eine großangelegte Aufforstungsaktion. Jede Tanzgruppe bekam eine Parzelle an einem riesigen Hang zugeteilt. Von Pionieren betreut und zu den Klängen der Mariachis, die an einem gewaltigen Denkmal auf der Bergkuppe unablässig musizierten, wurde der Wald der Freundschaft angepflanzt. Mit großem Eifer und tatkräftiger Unterstützung von Schulklassen und den Bewohnern von Zacatecas wurden so mehrere zehntausend Bäume gepflanzt. Aber auch sonst war die Freundlichkeit und Begeisterungsfähigkeit der Mexikaner schier überwältigend.

Irgendwann zwischen meinem sechsten oder achten Baum ließ mich der Gedanke nicht mehr los, beim nächsten Folklorefestival in Winningen im Gegenzug einen Freundschaftsweinberg mit den beteiligten Folkloregruppen anzulegen. Einen Weinberg, in dem jede Zeile ein anderes Nationenschild trägt. Doch in jedem Herbst werden die Trauben auf der Kelter vereint, um im Fass von der Gärungskohlensäure getrieben, einen gemeinsamen Tanz verspielter Aromen zu vollführen. Nach der ungestümen Jugend wird dann im Frühjahr der Wein auf Flaschen gezogen und mit einem eigenen Etikett versehen. So wird auch der Verkauf des Weines seinen Teil zur Finanzierung zukünftiger Folklorefestivals in Winningen beitragen. Von jedem Jahrgang wird aber ein Teil der Flaschen zu den beteiligten Tanzgruppen versendet. Sie werden ein dauerhafter Botschafter für die freundschaftliche Verbundenheit zu vielen internationalen Folkloregruppen verkörpern und sie der Gastfreundschaft der Winninger vergewissern.

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